RS Kriessern legt vor (mz)

Swiss Wrestling Premium League auf den Erstplatzierten der Gruppe B und direkten Nachbarn aus Kriessern. Die eindeutige Favoritenrolle der Gäste wurde durch Personalprobleme im RCOG-Lager zusätzlich verstärkt. Dennoch waren die Hausherren fest entschlossen, dem Nachbarn keinen einzigen Zähler zu schenken und die Aufgabe so schwer wie möglich zu gestalten.

Starker Auftakt und beherzte Aussenseiter
Lio Rüegg eröffnete den Abend bis 57 kg Freistil mit einem Paukenschlag: Mutige Attacken wurden belohnt, sodass sich der 16-Jährige noch vor dem regulären Kampfende über einen Sieg durch technische Überlegenheit freuen durfte. Im Schwergewicht setzte Jordan Bishing in der für ihn ungewohnten Greco-Stilart überraschende, mutige Akzente. Nach einer 3:0-Führung wurde sein Risiko jedoch nicht belohnt; eine Angriffsaktion endete unglücklich ineiner Schulterniederlage. Auch bis 60 kg Greco war für Rio Goldener gegen Joel Gächter nichts zu holen, womit der Kampf mit dem Punktemaximum an den Kriessner ging. Ein Glanzpunkt des Abends gelang Bruno Flück im Duell mit Daniel Loher: Ohne grosse Ambitionen gestartet, gewann Flück mit einem mitreissenden Auftritt die Gunst des Publikums und sicherte der Mannschaft beim 1:7-Endstand einen wertvollen Zähler. Ein solcher seine Dominanz mit einem klaren 1:19-Punktesieg unterstrich.

Umkämpfte Zweite Halbzeit und packende Schlussphase
Direkt nach der Pause musste sich der angeschlagene Quintus Zogg mit dem ehemaligen Nationalkaderringer Fabio Dietsche (bis 87 kg Greco) messen. Der Gewichts- und Klassenunterschied trat dabei deutlich zutage, weshalb der aufstrebende Grabser chancenlos blieb und Dietsche das Punktemaximum gelang. Auch Janis Steiger verpasste gegen Dimitar Sandov den Coup und musste dem scheinbar stets stärker werdenden Routinier beim 0:14 die Punkte überlassen. Die etwas abgeflachte Stimmung in der Halle wurde durch ein mitreissendes Freistilduell auf Augenhöhe bis 86 kg zwischen Nicolas Steiger und Sandro Moser wieder angefacht. Der Bündner tauchte mehrmals an den Beinen von Steiger an, doch dieser fand stets die passende Antwort. Die Zitterpartie endete schliesslich mit einem knappen 4:2-Erfolg für Steiger.Direkt im Anschluss folgte das nächste Highlight: Bis 74 kg Freistil duellierten sich Tinio Ritter und Sandro Hungerbühler. Zu Beginn legte Hungerbühler vor, und lange sah es nach einem ungefährdeten Verlauf aus. Ritter gewann jedoch von Minute zu Minute an Aufwind. Seine Aufholjagd wurde am Ende knapp nicht belohnt, und die Begegnung endete mit einem 6:8-Punktesieg zugunsten des RSK-Athleten.

Showdown vor Traumkulisse
Mit der Stimmung auf dem Siedepunkt kam es zum Showdown zwischen Andreas Vetsch und Fritz Reber. Vor 700 Zuschauern schenkten sich die beiden Nationalmannschaftskollegen keinen Zentimeter, entsprechend hart wurde der Kampf geführt. Vetsch setzte die taktischen Anweisungen von Trainer Beat Motzer perfekt um und bewies, dass er für die anstehende Weltmeisterschaft kommender Woche in absoluter Topform ist. Er entschied die Partie mit 5:3 für sich.

Das Endergebnis von 11:25 lässt für den Viertelfinal-Rückkampf in zwei Wochen eine klare Tendenz erkennen. Werden jedoch erneut solche Kämpfe geboten, darf sich das Publikum garantiert wieder auf einen faszinierenden Ringerabend freuen.